Ratgeber

Mutterschutz: Fristen verständlich erklärt

Ab wann gilt Mutterschutz, und was ist zu erledigen? Hier findest du die wichtigsten Punkte – knapp und alltagstauglich.

Worauf es jetzt ankommt

Klär die Basics früh – vieles läuft anschließend automatisch. Bewahre Bescheinigungen gesammelt auf, dann bist du für Rückfragen gut gerüstet.

  1. Arbeitgeber informieren (Mutterpass/ET-Bescheinigung bereithalten)
  2. Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragen
  3. Zuschuss vom Arbeitgeber klären (falls angestellt)
  4. Fristen notieren: i. d. R. 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Geburt

Häufige Fragen zum Mutterschutz

Was ist der Mutterschutz?

Der Mutterschutz schützt Schwangere und Mütter vor gesundheitlichen Gefährdungen am Arbeitsplatz und soll außerdem sicherstellen, dass dir durch die Schwangerschaft und die Geburt keine finanziellen Nachteile entstehen. Die Regelungen betreffen unter anderem den Arbeitsplatz, Beschäftigungsverbote und die Schutzfristen vor und nach der Geburt.

Wann beginnt der Mutterschutz?

Die Mutterschutzfrist beginnt grundsätzlich sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. In dieser Zeit darfst du grundsätzlich weiterarbeiten, wenn du das ausdrücklich möchtest. Nach der Geburt gilt in der Regel eine Schutzfrist von acht Wochen, in der ein Beschäftigungsverbot besteht.

Wie lange dauert der Mutterschutz nach der Geburt?

Nach der Geburt gilt grundsätzlich eine Schutzfrist von acht Wochen. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten und in bestimmten Fällen bei der Geburt eines Kindes mit Behinderung kann sich die Schutzfrist auf zwölf Wochen verlängern.

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich schwanger bin?

Grundsätzlich bist du nicht verpflichtet, deinem Arbeitgeber sofort von der Schwangerschaft zu erzählen. Eine Mitteilung kann jedoch sinnvoll sein, damit der Arbeitgeber die erforderlichen Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz prüfen und umsetzen kann. Bei besonderen Gefährdungen kann eine frühzeitige Information besonders wichtig sein.

Wann sollte ich meinem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitteilen?

Einen allgemein vorgeschriebenen Zeitpunkt gibt es nicht. Wenn dein Arbeitsplatz besondere gesundheitliche Risiken beinhaltet, solltest du deinen Arbeitgeber möglichst früh informieren. So kann er prüfen, ob dein Arbeitsplatz angepasst werden muss oder ob andere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Kann mein Arbeitgeber einen Schwangerschaftsnachweis verlangen?

Wenn du deine Schwangerschaft mitteilst, kann dein Arbeitgeber unter bestimmten Umständen einen Nachweis verlangen. Die Kosten für eine ärztliche Bescheinigung über die Schwangerschaft muss grundsätzlich der Arbeitgeber übernehmen, wenn er einen solchen Nachweis verlangt.

Darf ich während der Schwangerschaft weiterarbeiten?

Grundsätzlich ja. Ob und unter welchen Bedingungen du weiterarbeiten darfst, hängt von deiner Tätigkeit und den möglichen Gefährdungen ab. Dein Arbeitgeber muss zunächst prüfen, ob dein Arbeitsplatz sicher gestaltet werden kann. Erst wenn eine Anpassung oder ein anderer geeigneter Arbeitsplatz nicht möglich ist, kann ein betriebliches Beschäftigungsverbot erforderlich werden.

Was ist ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft?

Ein Beschäftigungsverbot bedeutet, dass du deine bisherige Tätigkeit teilweise oder vollständig nicht ausüben darfst, weil dadurch eine gesundheitliche Gefährdung für dich oder dein Kind bestehen kann. Es kann aus betrieblichen Gründen oder aufgrund einer ärztlichen Einschätzung ausgesprochen werden.

Bekomme ich bei einem Beschäftigungsverbot weiterhin mein Gehalt?

Bei einem Beschäftigungsverbot außerhalb der Schutzfristen erhältst du grundsätzlich Mutterschutzlohn. Dieser soll den finanziellen Nachteil durch das Beschäftigungsverbot ausgleichen. Für die genaue Berechnung gelten gesetzliche Regelungen.

Was ist der Unterschied zwischen Beschäftigungsverbot und Krankschreibung?

Eine Krankschreibung erfolgt, wenn du aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig bist. Ein Beschäftigungsverbot betrifft dagegen eine Tätigkeit, die trotz deiner grundsätzlichen Arbeitsfähigkeit eine Gefahr für dich oder dein Kind darstellen kann. Schwangerschaft allein ist kein Grund für ein Beschäftigungsverbot.

Was passiert, wenn mein Arbeitsplatz für Schwangere nicht geeignet ist?

Der Arbeitgeber muss zunächst beurteilen, ob Gefährdungen durch eine Anpassung der Arbeitsbedingungen vermieden werden können. Ist das nicht möglich, muss geprüft werden, ob eine andere geeignete Tätigkeit angeboten werden kann. Erst wenn auch das nicht möglich ist, kommt ein betriebliches Beschäftigungsverbot in Betracht.

Darf ich während der Schwangerschaft Überstunden machen?

Für Schwangere gelten besondere gesetzliche Regelungen zur Arbeitszeit. Unter anderem dürfen Schwangere grundsätzlich nicht über die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit hinaus beschäftigt werden. Für bestimmte Personengruppen und Arbeitszeitmodelle gelten zusätzliche Regelungen und Ausnahmen.

Darf ich im Mutterschutz vor der Geburt arbeiten?

In den sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin darfst du grundsätzlich weiterarbeiten, wenn du dich ausdrücklich dazu bereit erklärst. Diese Entscheidung kannst du jederzeit widerrufen. Dein Arbeitgeber darf dich nicht dazu verpflichten, während dieser Schutzfrist zu arbeiten.

Darf ich während der Mutterschutzfrist nach der Geburt arbeiten?

Während der Schutzfrist nach der Geburt gilt grundsätzlich ein Beschäftigungsverbot. Anders als vor der Geburt kannst du nicht einfach erklären, dass du trotzdem arbeiten möchtest. Für bestimmte Sonderfälle gelten besondere gesetzliche Regelungen.

Wie lange bin ich nach der Geburt im Mutterschutz?

Die reguläre Schutzfrist nach der Geburt beträgt acht Wochen. Bei einer Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder in bestimmten Fällen bei der Geburt eines Kindes mit Behinderung kann sie zwölf Wochen betragen.

Was passiert mit meinem Urlaub während des Mutterschutzes?

Urlaubsansprüche gehen durch die Mutterschutzfristen grundsätzlich nicht verloren. Zeiten, in denen du aufgrund der Mutterschutzfristen nicht arbeitest, werden für den Urlaubsanspruch grundsätzlich berücksichtigt. Nicht genommener Urlaub kann nach dem Mutterschutz beziehungsweise der Elternzeit unter bestimmten Voraussetzungen später genommen werden.

Wie bin ich während des Mutterschutzes finanziell abgesichert?

Während der Schutzfristen kann bei gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmerinnen grundsätzlich Mutterschaftsgeld der Krankenkasse zusammen mit dem Arbeitgeberzuschuss gezahlt werden. Bei privat oder familienversicherten Arbeitnehmerinnen gelten teilweise andere Regelungen. Die konkrete Situation solltest du mit deiner Krankenkasse und gegebenenfalls deinem Arbeitgeber klären.

Gilt der Mutterschutz auch bei einem befristeten Arbeitsvertrag?

Der Mutterschutz gilt grundsätzlich auch für Arbeitnehmerinnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Eine Befristung endet jedoch grundsätzlich zu dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt und wird durch die Schwangerschaft nicht automatisch verlängert. Bei Fragen zu deinem konkreten Arbeitsverhältnis solltest du dich rechtlich beraten lassen.

Kann mir während der Schwangerschaft gekündigt werden?

Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung besteht grundsätzlich ein besonderer Kündigungsschutz, wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft beziehungsweise der Geburt weiß oder innerhalb der gesetzlichen Frist informiert wird. Es gibt gesetzlich geregelte Ausnahmen, beispielsweise unter besonderen Voraussetzungen mit Zustimmung der zuständigen Behörde.

Was ist der Unterschied zwischen Mutterschutz und Elternzeit?

Mutterschutz umfasst insbesondere den Schutz während der Schwangerschaft und die Schutzfristen rund um die Geburt. Elternzeit ist dagegen eine längere arbeitsrechtliche Auszeit nach der Geburt, die von Mutter oder Vater beziehungsweise anderen berechtigten Elternteilen genommen werden kann. Für beide gelten unterschiedliche Voraussetzungen und Regelungen.

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